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Genossenschaftlich & sozial

Die möwe.altonah baut im genossenschaftlichen, sozial geförderten Wohnungsbau. D.h. unsere Baugemeinschaft besteht ausschließlich aus Menschen, die aufgrund ihres geringen Einkommens Anspruch auf eine geförderte Wohnung haben.

Wie hinlänglich bekannt, fallen in Hamburg Jahr für Jahr tausende Wohnungen ersatzlos aus der Sozialbindung. Und wie so viele Menschen haben auch wir auf dem freien Wohnungsmarkt kaum eine Chance auf bezahlbaren Wohnraum. In der Mitte Altona auf ca. 3.3000 qm Wohnfläche ein genossenschaftliches Projekt mit 100% Sozialwohnungen zu verwirklichen, ist daher ein Glücksfall. Nicht nur für uns selbst, sondern auch für kommende Bewohner_innen und Generationen – und letztlich für den ganzen Stadtteil. Denn wer will schon ein Altona, das irgendwann nur noch aus unerschwinglichen Mietwohnungen und hochpreisigen Eigentumswohnungen besteht? Wir jedenfalls nicht.

Im Unterschied zu von Investoren finanzierten Sozialwohnungen, wird der von uns geschaffene Wohnraum dank der Einbettung in eine Kleinstgenossenschaft dauerhaft als günstiger Wohnraum gesichert und dem profitorientierten Markt entzogen.

Um unser Projekt jedoch tatsächlich auf die Beine zu Stellen und dort einziehen zu können, müssen wir noch dieses Jahr einiges an Geld auf den Tisch legen. Zwar wird unser Bauvorhaben weitgehend durch Kredite der Investitions- und Förderbank (ifb) finanziert, die wir fortan von unserer Miete abbezahlen werden. Das benötigte Darlehen gewährt uns die Bank jedoch nur unter der Voraussetzung, dass wir einen Teil der Grundstücks- und Baukosten als Gesellschafter_innen einer Kleingenossenschaft selbst vorfinanzieren (mehr Infos zu den Förderrichtlinien: https://www.ifbhh.de/fileadmin/pdf/IFB_Download/IFB_Foerderrichtlinien/FoeRi_Baugemeinschaften.pdf ). Hierbei rechnen wir mit einer Genossenschaftseinlage von mindestens 400 € pro qm. Konkret bedeutet das für eine Familie mit zwei Kindern, die gemäß Förderrichtlinien der ifb einem Anspruch auf maximal 90 qm Wohnraum plus 2 qm Gemeinschaftsfläche hat, eine Einlage von 38.800 € – zusätzlich zur Miete. Eine alleinerziehende Person, die gemeinsam mit ihrem Kind und einigen anderen Menschen in eine Wohngemeinschaft ziehen möchte, hat für sich und das Kind Anspruch auf 42,5 qm plus 2 qm Gemeinschaftsfläche. Dafür muss sie mindestens 17.800 € für Genossenschaftsanteile aufbringen. Für allesamt eher geringverdienende Menschen (sonst wären wir ja nicht förderberechtigt für sozialen Wohnungsbau) eine Stange Geld.

Gemeinschaftliches Wohnen

Wir wollen nicht einfach nur dauerhaft bezahlbaren Wohnraum schaffen, sondern auch eine Hausgemeinschaft bilden, die sich im neu entstehenden Stadtteil einbringt. Ein wichtiges Element ist dabei der im Erdgeschoss unseres Hauses geplante Gemeinschaftsraum, der auch ein einladender Ort für Nachbar_innen und Gäste sein soll: Ein Raum, in dem nichtkommerzielle öffentliche Veranstaltungen stattfinden (von politischen Diskussionen über Puppentheater für Kinder und sonstige Kleinkunst bis hin zum Yoga-Workshop), in dem sich Stadtteilgruppen und -initiativen treffen, und in dem große und kleine, jüngere und ältere Menschen aus dem Quartier (oder auch von “außerhalb”) sich begegnen und zusammen feiern, spielen, lachen und klönen können. Einer jener Orte zum Austauschen, Vernetzen, Pläne schmieden, wie sie dringend benötigt werden in einem andernfalls zur Sterilität neigenden Neubauquartier und in einer Stadt, in der solche selbstorganisierten nachbarschaftlichen Treffpunkte eher rar gesäht sind.

Warum einer Genossenschaft beitreten? Warum eine Genossenschaft unterstützen?

Seit Beginn unserer Arbeit an einem gemeinsamen Wohnprojekt und Hausbau war klar: wir wollen Teil einer Genossenschaft werden. Derzeit befinden wir uns im Aufnahmeprozess in die Kleingenossenschaft Wohnreform e.G. Die Genossenschaft ist jeweils Eigentümerin des Wohnhauses, in dem man als Genossenschaftsmitglied wohnt. Die zu zahlende Miete wird bei einem sozialen Wohnungsbau wie in unserem Fall von der Stadt Hamburg finanziell unterstützt und dient in erster Linie der Abzahlung des Hausbaus (neben laufenden Betriebskosten und einem Beitrag für Rücklagen für zukünftige Instandhaltung etc.). Mit den jeweiligen Genossenschaftsanteilen für die Wohnungen, die wir selbst aufbringen müssen, wird dafür gesorgt, dass zum einen die Finanzierung des Hausbaus auf einem soliden Grund steht, zum anderen können andere Hausprojekte der Genossenschaft bei Instandhaltungsvorhaben solidarisch unterstützt werden.

Finanzielle Solidarität innerhalb des Hauses ist für uns unerlässlich. Die Vorgaben der Stadt, ein geringes Einkommen in Kombination mit einem hohen Anteil an Eigenfinanzierung vorweisen zu müssen, stellt für viele Menschen in Hamburg eine Schwierigkeit dar, die wir intern gern ausgleichen möchten. Diejenigen von uns, die das Glück haben, großzügige Eltern, Freunde oder andere Ersparnisse haben, wollen die zukünftigen Mitbewohner unterstützen. Leider reicht das Geld jedoch nicht für alle. Wir freuen uns über jede finanzielle Unterstützung, die unseren eigenen Solifonds ergänzt, damit Menschen mit einem Wohnberechtigungsschein auch ohne Eigenkapital (oder gerade ohne Eigenkapital) in unserem Haus einen festen Platz finden können.

Für uns als Hausgemeinschaft bedeutet die Mitgliedschaft in einer Genossenschaft zum einen, dass unser Haus vor Verkauf und (Mieten-) Spekulation durch einen anonymen Hauseigentümer sicher ist. Zum anderen haben wir die Möglichkeit, als Mitbewohner mitzubestimmen, was in unserem Haus passieren darf und soll. In regelmäßigen Treffen entscheidet die Hausgemeinschaft so über diverse Angelegenheiten: Welche Veranstaltungen sollen im Gemeinschaftsraum stattfinden, wo setzen wir Prioritäten bei Materialauswahl im Bau und in der Pflege unseres Hauses, wer zieht ein, wie organisieren und finanzieren wir verwaltungstechnische Aufgaben, wie gestalten wir Nachbarschaft u.v.m.